Es ist wieder soweit – Zürich wird still(er). Während fünf Tagen gibt es viel Zeit und Raum, um in die Stille zu gehen, in der Stille zu sein und aus ihr etwas entstehen zu lassen. Im Zentrum steht die gemeinsame Stille. Sie mit Andern zu erleben und zu teilen, ist etwas Besonderes – ein wertvoller Schatz, den «Stilles Zürich» pflegen möchte.
Das Programm besteht aus einer bunten Angebotspalette. Weshalb es so dicht ist, wo es doch um Stille geht? «Stilles Zürich» möchte für unterschiedliche Menschen verschiedene Zugänge zur Stille zu schaffen. Deshalb gibt es Angebote, die Erfahrungen über die verschiedenen Sinne ermöglichen, über Bewegung und den Körper, oder über den Kopf. Es gibt stille und aktive Veranstaltungen; kontemplative, forschende, inspirierende, in kleinen und grossen Gruppen, drinnen und draussen.
Drei Themen, die im Programm immer wieder auftauchen, sind «Wasser», «hören» und «Hände». In verschiedenen Räumen sind Werke zu «Stille-Wasser-Kunst» zu erleben, bei einer Kältemeditation können Erfahrene ins kalte Nass steigen und bei der Übernachtung in der Wasserkirche gibt es «Wassergeschichten zum Einschlafen». Eine meditative Soundinstallation, der liegend gelauscht werden kann, verbindet «Wasser» und «hören». Sie basiert auf dem Konzept des «Deep Listening», welches auch beim Festivalauftakt eine Rolle spielt. Ums Hören geht es auch beim Podiumsgespräch «Die Resonanz der Stille – Vom Lärm der Welt zur heilenden Kraft des Klangs». Diese Kraft kann bei der «Stille-Musik-Poesie-Collage» und bei mehreren Klang- und Musikangeboten getankt werden. Auch Hände können in die Stille führen: bei den «Kreativ-Tischen» und den «Kreativ-Workshops», wo einfache Handarbeiten entstehen, beim «Händeauflegen» als Empfangende:r oder in einem Workshop zum Selber-Ausprobieren. Auch bei den zwei sonntäglichen Veranstaltungen zu Gebetsketten und religiöser Körpersprache stehen Hände im Zentrum.
Das Herz des Festivals bildet natürlich die Stille. Sie fliesst nicht nur in alle Programmpunkte ein, sondern ist in vielen Angeboten und Momenten der wichtigste Aspekt: ob beim Einstimmen, Meditieren, Betrachten, Bewegen, ob im Sitzen, im Gehen oder im Liegen, ob in der «Pop up-Bibliothek», im Labyrinth oder im Ruheraum. Das Ziel dabei ist nicht, die absolute Stille zu finden, sondern Ruhe und Entschleunigung zu erleben, um diese mitzunehmen ins tägliche Leben.